0. Traditioneller Lebensraum

© S. Cardon

Charakteristisch für den Lebensraum im Bellevilletal sind die hohen Fassaden aus Stein mit "Grilla"-Verputz und den sehr wenigen Öffnungen. Im Innern befinden sich ein Stallgewölbe, eine große Scheune und manchmal ein an das Bauernhaus angrenzendes Sommerhaus.

Die Dörfer befinden sich oft in der Nähe einer Quelle. Diese alten Dörfer sind in das Landschaftsbild integriert, sie sind dicht aneinander gedrängt und verschmelzen sich mit der Hanglage. Die Straßen sind so eng, dass nur Ochsenkarren sie durchqueren können. Ein sonniger Platz wird für den Gemüsegarten reserviert.

Die Häuser sind massiv gebaut, am Hang gelegen und zur Hälfte in die Erde versetzt um einen bequemen Zugang zur Scheune über den oberen Teil ermöglichen zu können. Der untere Teil der Mauern ist dicker um die Last der schweren Steinkonstruktionen tragen zu können und die Fenster sind klein um den Wärmeverlust zu reduzieren. Durch eine große Tür zur Straße kann man die Scheune erreichen und eine kleinere Tür etwas unterhalb führt zum Stall. Unter dem Vordach dienen Passagen mit Holzverkleidung als Trockenraum.

Die Mauern sind mit "Grilla"-Verputz verkleidet, der aus Gips hergestellt wurde. Dieses weiche Gestein, beige- oder leicht rosafarben, wurde vor Ort zusammengetragen und unter Hitze zu Puder verarbeitet und danach mit Wasser gemischt bevor es auf die Steinmauern aufgetragen wurde.

Im unteren Teil befindet sich der Stall (Pferdestall) und diente den Eigentümern als Winterunterkunft. Dieses Zusammenleben mit den Tieren ermöglicht den Besitzern von deren natürlicher Wärme zu profitieren. Trotz der Strenge des Winters musste man jedoch hinausgehen um die oberen Stockwerke zu erreichen oder die Toilette aufzusuchen. Einige Bauernhäuser hatten ein angrenzendes Haus, das kleiner und von etwas sorgfältigerer Aufmachung war. Es war das Sommerhaus.

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